Gewaltprävention und Deeskalation

„Gewalt tut mir weh!“ sagte ein Junge im Rahmen eines Trainings.

Es ist die Aufgabe von Gewalt- und Rassismusdeeskalation, sich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu verständigen, zu begreifen, zu erfahren und zu verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle gelten soll und kann.
Shirin Pargas 

Der persönliche und wirtschaftliche Schaden, der durch Gewalt und Extremismus verursacht wird, wird mit Milliarden Beträgen beziffert. Durch Gewalt und Extremismus wird ein Klima der Verunsicherung und der Angst geschaffen, in dem lernen deutlich erschwert wird und eine gesunde Beziehung zum eigenen Selbst kaum aufgebaut werden kann. Deshalb ist es eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass dort, wo gemeinsames Lernen stattfindet, eine möglichst angstfreier und damit gewaltfreier Raum herrscht.

Gewalt und Extremismus entstehen nicht einfach so, sie haben Ursachen. Sie sind wie Wurzeln, die die einzelne Tat speisen. Nur wer sich die Mühe macht und sich auf die Suche nach den Wurzeln begibt, kann Gewalt und Extremismus wirkungsvoll begegnen und sie nachhaltig deeskalieren.

Experten erklären, dass viele Gewalttäter vor ihrer Tat selber Gewalt erlitten haben und diese Erniedrigungen nicht verarbeiten konnten. Sie sagen: „Die Lust auf Gewalt ist oft der hilflose Versuch, eigene Ohnmacht und Gewalterfahrungen zu überwinden.“ Aus dieser Erkenntnis heraus ist es das Ziel, Kinder, Jugendliche und Erwachsene durch Deeskalationstraining so zu stärken, dass sie auf Gewalt als „letztes Mittel“ verzichten und  sogar die Gewalt anderer vermindern können.

Schritte auf dem Weg zur nachhaltigen Deeskalation sind:

  • eingestehen, dass Probleme vorhanden sind
  • definieren, was unter Gewalt und nicht tolerierbarem Verhalten verstanden wird
  • auf der Basis der Definition eine Bestandsaufnahme erstellen
  • externe Beratung hinzu ziehen
  • Veränderungsstrategien erarbeiten
  • passgenaue Trainings durchführen
  • Prozess beobachten und begleiten

Ziele des Trainings sind:

  • miteinander verständigen
  • gemeinsame Werte festlegen
  • Unterschiede zwischen sozialem und eskalierendem Verhalten erleben
  • Stärkung und Ermutigung des Einzelnen
  • Aktivierung der „schweigenden Mehrheit“
  • angstfreien Lernraum fördern

Ein Deeskalationstraining ist eine Präventionsmaßnahme und unterscheidet sich in seinen Inhalten deutlich von einem Interventionstraining.

Ein Impulstraining dauert von zwei Stunden bis zu einem Tag. Ein solides Training erstreckt sich über drei Tage, verteilt auf zwei bis drei Wochen und einem vierten Tag zwei bis drei Monaten nach dem Ersttermin.